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24. June 2013

SWK-Bilanz

Die energiepolitische Debatte stand 2012 ganz im Zeichen der Energiewende. Die Energiewende und deren Folgen sind derzeit das dominierende Thema der Branche. Auch die SWK STADTWERKE KREFELD AG begrüßt grundsätzlich die Energiewende mit dem Ausstieg aus der Kernenergie. Mit dem damit verbundenen Einspeisungsvorrang für erneuerbare Energien wird der Bedarf an flexibler fossiler Stromerzeugung zum Ausgleich großer Schwankungen bei witterungsabhängigem Wind- und Sonnenstrom größer. Denn ein kompletter Umstieg auf erneuerbare Energien ist nicht von heute auf morgen zu erreichen.
Die Folgen der Energiewende belasten das Ergebnis der SWK – dennoch Rekordzufluss von 29,2 Mio. Euro für die Stadt Krefeld Derzeit sind allerdings der Betrieb von Kraftwerken sowie der Bau der dringend benötigten Erzeugungsreserve in Form von Kohle- und insbesondere Gaskraftwerken ein Verlustgeschäft. Hier ist die Bundespolitik gefordert, umgehend die nötigen Anreize zu schaffen. Umsatz stabil auf hohem Niveau Im Spannungsfeld zwischen Daseinsvorsorge und Marktentwicklungen ist es dem SWK-Konzern in 2012 gelungen, den Umsatz mit 1,11 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau stabil zu halten. Die SWK ist damit  weiterhin das größte rein kommunale Stadtwerk in NRW. „Dies ist nicht zuletzt der Erfolg unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Carsten Liedtke, Sprecher des SWK-Vorstands. Die Mitarbeiterzahl konnte um zwei Prozent (+47) auf 2.372 Personen gesteigert werden.  Das Betriebsergebnis nahm 2012 gegenüber Vorjahr um rund 20,5 Prozent ab und liegt mit 34,1 Mio. Euro im Plan. Der Rückgang ist hauptsächlich auf eine Minderung des Rohgewinns (Umsatzerlöse zzgl. Bestandsveränderung abzüglich Materialaufwand) bei der SWK ENERGIE und der EGN zurückzuführen. Diese Entwicklung ist vor allem auf die notwendige Bildung von Rückstellungen im Bereich der Erzeugung zurückzuführen. Der Konzernjahresüberschuss ist um 7, 3 Mio. Euro bzw. 27,6 Prozent auf knapp 19 Mio. Euro gesunken. Der Rückgang ist durch das niedrigere Betriebsergebnis geprägt. Der Konzernbilanzgewinn  beträgt 15,9  Mio. Euro (Vorjahr 14,7 Mio.). Nach den Rekordständen aus den Vorjahren, ging das Investitionsvolumen des SWK-Konzerns  im abgelaufenen Geschäftsjahr von  55, 1 Millionen Euro auf 38,4 Mio. Euro auf ein Normalniveau zurück. Der Rückgang um 30 Prozent ist der Tatsache geschuldet, dass ein Teil der Groß-Investitionen, wie z.B. der neue Verbrennungskessel der MKVA,   bereits im Vorjahr erfolgt ist. Die Entwicklungen in den einzelnen Geschäftsfeldern entsprechen weitgehend den Erwartungen. Den größten Anteil am Konzernumsatz hat mit 742 Mio. Euro Umsatz das Geschäftsfeld Energie, gefolgt von der Entsorgung (281 Mio. Euro), dem Geschäftsfeld Wasser (49 Mio. Euro), Verkehr (38 Mio. Euro) und anderen Dienstleistungen (5 Mio. Euro). Ergebnis für die Stadt Krefeld   Die Netto-Dividende der SWK STADTWERKE KREFELD AG lag für das Jahr 2012 bei 13,3 Mio. Euro. Die Konzessionsabgabe in Höhe von 15,9 Mio. Euro ist in maximaler Höhe erwirtschaftet worden und liegt auf Vorjahresniveau. Insgesamt beläuft sich das Ergebnis für die Stadt Krefeld aus dem Geschäftsjahr 2012 somit auf 29,2 Mio. Euro. Im Geschäftsfeld Energie hat die SWK mit zunehmenden Herausforderungen auf allen Wertschöpfungsstufen zu kämpfen. Die Energiewende und Preisentwicklungen am Strommarkt sowie der verstärkte Wettbewerb um Kunden beeinflussen das Geschäftsfeld Energie. Vor allem die Energiewende stellt die SWK wie alle anderen Energieversorger  vor große Herausforderungen. „Was die Politik unter Energiewende versteht, ist das, was ein Stadtwerk immer schon praktiziert hat: regionale Strukturen schaffen, lokale Ressourcen nutzen und sinnvolle Synergien erzeugen“, sagt Carsten Liedtke, betont aber auch: „ Die Rahmenbedingungen stimmen nicht mehr.  Die dezentrale Erzeugung ist politisch und ökologisch gewünscht, aber energiewirtschaftlich zunehmend fragwürdig. Wir müssen die Energiewende bezahlbar halten, das ist eine große Hürde. Wir brauchen Verlässlichkeit in der Bundespolitik, die wir momentan leider nicht haben. Die Verantwortlichen sollten so ehrlich sein, zu sagen: Wenn wir das so wollen, wird es für alle deutlich teurer. Und zwar letztlich auch für den Endkunden - egal ob privat oder gewerblich“. Dazu kommen zunehmend regulatorische Anforderungen. Ein erhöhtes Risiko stellt auch der Zubau von Windenergie- und Photovoltaik-Anlagen mit der Integration von dezentralen Erzeugungsanlagen dar. Durch die dezentrale Erzeugung erhöht sich der Steuerungs- und Regelaufwand, um die Netze stabil zu halten. Zusatzinvestitionen in das Netz sind unvermeidlich („intelligente Netze“). Die Förderung von dezentralen BHKW führt zu einer „Entsolidarisierung“ bei der EEG-Umlage und den Netzentgelten. Wie lange kann das heutige Modell der Verrechnung über den Verbrauchspreis nach Kilowattstunde halten? Unabhängig von den Kosten der Energiewende ist die Versorgungssicherheit ein Thema, welches sich die SWK seit Jahren auf ihre Fahnen schreibt.  Hier  wurden im Geschäftsfeld Energie in 2012 rund 12 Mio. € investiert. Die Verkabelung, also die Verlegung von Leitungen in die Erde, und eine intelligente Betriebsführung ermöglichen eine hohe Versorgungszuverlässigkeit bei der Stromversorgung. So liegt die durchschnittliche Ausfallzeit bei der Elektrizität in Krefeld bei noch nicht einmal neun Minuten pro Jahr. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt ist es rund eine Viertelstunde.  Durch die Energiewende steht  auch die Wirtschaftlichkeit der Kraftwerksprojekte unter Druck. Der Vorrang der erneuerbaren Energien wirkt sich negativ auf die Auslastung der Kraftwerke aus. Die Benutzungsstunden   bei der Beteiligung am Gas- und Dampfkraftwerk Hamm lagen in 2012  ca. 21% unter den Werten von 2010. Ein wirtschaftlicher Betrieb ist mit diesen Werten nicht mehr möglich. Die Preisentwicklungen bei der Vermarktung der Strommengen aus den Kraftwerksbeteiligungen führen auf Basis aktuell gefallender Strompreise künftig zu Verlusten. Regionalisierungsstrategie bei der SWK MOBIL Im Geschäftsfeld Verkehr konnte eine erneute leichte Steigerung der Fahrgastzahlen um 0,5 % auf rund 41,6 Mio. erzielt werden. Als große Herausforderung sieht man bei der SWK die Tatsache, dass bei den Fahrgastzahlen kaum noch Luft zur Steigerung vorhanden ist. „Wir haben hier einfach einen Sättigungsgrad erreicht, der nur noch kleine Wachstumsoptionen  offen lässt“, sagt Carsten Liedtke. Hinzu kommt, dass die Preise und Tarife durch den VRR festgelegt werden. „Wir haben hier also kaum einen Gestaltungsspielraum infolge von Personalkosten- und Treibstoffkostensteigerungen“, stellt Carsten Liedtke klar. Aus diesen Gründen muss die SWK durch eine Regionalisierungsstrategie zusätzliche Wachstumspotenziale erzielen. Dazu wurde  ein weiterer Meilenstein  mit dem Gewinn der Schnellbuslinie von Bocholt nach Münster erreicht. Ein Mehr an Komfort für die Fahrgäste bieten die zwölf weiteren Niederflur-Straßenbahnen die in 2012 bestellt wurden. Die Haltestellen werden weiterhin nach und nach dieser neuen Technologie angepasst. Ende 2012 waren 15 Straßenbahn-Haltestellen auf Niederflurtechnik umgebaut. Weitere 25 Haltestellen sind in den nächsten Jahren im Investitionsprogramm der SWK MOBIL vorgesehen. Im Geschäftsfeld Wasser  speiste die SWK AQUA 13,4 Mio. Kubikmeter  (Vorjahr 13,3) Trinkwasser   bei stagnierenden Kundenzahlen  in das Krefelder Leitungsnetz ein. Dieser geringfügige Anstieg markiert keine Trendwende – der sparsame Umgang mit Wasser führt weiterhin zu rückläufigen Mengen. Dieser stetig rückläufige Wasserverbrauch führt dazu, dass höhere Instandhaltungskosten für das Wassernetz entstehen. „Wir müssen das ,System Trinkwasser‘ permanent bereithalten. Durch den geringeren Wasserverbrauch entsteht jedoch ein erhöhter Spülaufwand, sprich wir müssen die Leitungen regelmäßig mit Trinkwasser spülen, um Rohrkorrosion und Keimbildung zu verhindern“, erklärt SWK-Vorstand Kerstin Abraham. Bei der Klärung des Wassers hat die SWK zudem keine Einsparungen zu verzeichnen. „Die Schmutzmenge bleibt gleich, egal, ob mehr oder weniger Wasser verbraucht wird. Insofern hat unser Klärwerk den gleichen Aufwand“, sagt Kerstin Abraham. Der Umsatz blieb im Geschäftsfeld  Wasser mit 49 Mio. Euro stabil. Die Investitionen von 7 Mio. Euro flossen u.a. in den Bau von zwei zentralen Wasserenthärtungsanlagen in den Wasserwerken und in den Bau einer zusätzlichen Trinkwassertransportleitung in Linn.  „Durch den Bau der beiden Wasserenthärtungsanlagen werden die Haushaltsgeräte der Menschen länger in Takt bleiben, es wird weniger Strom zum Erhitzen von Wasser benötigt, weniger Entkalkungs- und Waschmittel zum Einsatz kommen. Das alles schont die Umwelt und den Geldbeutel“, stellt Kerstin Abraham die Vorzüge heraus. Der Bau der Leitungsverlegung unter strengen Auflagen durch das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet in Linn wiederum stellte eine wahre ingenieurtechnische Herausforderung dar. „Letztlich haben wir mit dieser zusätzlichen, 3,2 Kilometer langen Transportleitung die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser im Krefelder Osten erhöht“, betont Kerstin Abraham. Dies alles ist in Kürze am 30. Juni 2013 beim Tag der offenen Tür im Wasserwerk In der Elt zu sehen. Das Geschäftsfeld Entsorgung war in 2012 geprägt vom Einsatz energieeffizienter Technologien bei der Abfallsammlung und -verwertung und von der verbesserten Energiegewinnung aus der MKVA. Die EGN trägt maßgeblich dazu bei, die Abfallwirtschaft zur Ressourcenwirtschaft weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit ihren Kunden aus Gewerbe und Industrie werden neue Recyclingwege für verschiedene Abfallarten beschritten. Noch ein ganz anderer Aspekt bereitet der SWK im Geschäftsfeld Entsorgung Sorge: der Diebstahl von Elektroschrott. „Dadurch entsteht uns nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden, auch die Umweltschäden sind erheblich. Pro Kühlgerät entweichen beispielsweise rund 1,4 Tonnen CO2-Äquivalente in die Atmosphäre, weil in vielen Kühlschränken das um ein vielfaches schädlichere FCKW enthalten ist“, mahnt Kerstin Abraham.  Die NOEX hat derweil ihre Aufbereitungsanlagen für Kühlgeräte umgerüstet, so dass auch Kühlgeräte, die das Kühlmittel Pentan enthalten, sicher und effizient verwertet werden können. MKVA mit effizienterer Energiegewinnung „Mit der Inbetriebnahme des neuen Verbrennungskessels in unserer MKVA können wir eine bessere Wärmenutzung und energiesparendere Rauchgasreinigung gewährleisten. Die Effizienz der Energiegewinnung  hat sich wesentlich verbessert: Die Auskoppelung von Strom konnte um rund 40% und die von Fernwärme um 3% gesteigert werden“, betont Kerstin Abraham. Eine große Herausforderung sieht Kerstin Abraham in den fehlenden stabilen politischen Rahmenbedingungen: „Durch die Aufhebung der verbindlichen Zuweisungen von Müllmengen besteht eine Gefahr für die Auslastung der Krefelder MKVA, dessen sind wir uns durchaus bewusst.“ Derzeit erwägt die Landesregierung jedoch wieder die Zuweisung von Müll an lokale Anlagen. Daher gewinnt die Akquisition von Müllmengen und die Nutzung von Synergien für die Entsorgungsgesellschaften der SWK immer mehr an Bedeutung. Gerade die EGK ist ein vorbildliches Beispiel für die Synergien zwischen Ent- und Versorgung. Denn hier wird in der MKVA aus der produzierten Wärme und dem erzeugten Gas wiederum Fernwärme und Strom für den Verbraucher gewonnen. Und sogar die 32 Mio. Kubikmeter Wasserableitung jährlich werden als Rohwasser im Wasserkreislauf wiederverwendet. Blick nach vorn Bei der Absicherung des Konzernergebnisses der SWK auch für die Zukunft, sollen zahlreiche Projekte und Maßnahmen in den folgenden Jahren helfen. „Wir werden uns um weitere Netzkonzessionen von Kommunen in der Region bemühen“, sagt Carsten Liedtke. Außerdem will die SWK ihr Angebot an Energiedienstleistungen für Geschäftskunden ausbauen. Im Verkehrsbereich wird die SWK versuchen, in NRW weiter zu wachsen und sich vermehrt im externen Markt zu betätigen. „Wir werden außerdem weiter in die Modernisierung unseres Trinkwasser- und Abwassernetzes investieren“, verspricht Kerstin Abraham.  Für das Geschäftsfeld der Entsorgung ist eine Sicherstellung der Auslastung der MKVA in Krefeld vorrangig. Beide Vorstände sind sich einig: Die einzelnen Geschäftsfelder und Wertschöpfungsstufen müssen noch stärker verknüpft werden, weitere Synergien realisiert werden und Kosten gesenkt werden. „Die SWK konnte bisher über Rückstellungen Risikovorsorgen treffen. Das wird künftig schwieriger“, stellt Carsten Liedtke klar. Die Probleme der Energiewende müssen rasch gelöst werden. Hier ist vor allem die Politik gefordert, langfristige und zuverlässige Rahmenbedingungen zu schaffen. Dann können sich die Bürgerinnen und Bürger und die Stadt Krefeld auch künftig an einer solventen und gut aufgestellten SWK erfreuen.

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