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01. January 1970

Positive Bilanz für Krefeld nach einem Jahr "NRW bekämpft Energiearmut"

„Ich freue mich, dass wir mit der Verbraucherzentrale NRW, den teilnehmenden Stadtwerken und der Caritas ein Zeichen gegen Energiearmut setzen. Wir können damit nicht nur den Verbraucherinnen und Verbrauchern konkret helfen, sondern auch gemeinsam die Energiewende gestalten“, so die Aussagen von Verbraucherschutzminister Johannes Remmel zum Start des Modellprojektes „NRW bekämpft Energiearmut“ vor einem Jahr in Krefeld. Heute kann man resümieren, das „Krefelder Modell“ – ein Netzwerk zwischen Verbraucherzentrale Krefeld den Sozialverbänden in Krefeld, Jobcenter und der SWK - entwickelt sich gut.
„Durch die enge Verzahnung der Kooperationspartner werden die Präventionsmaßnahmen immer besser angenommen, sind aber noch entwicklungsfähig, denn die Kunden melden sich immer noch zu spät bei der SWK oder den Kooperationspartnern “, erklärt Carsten Liedtke Vorstandssprecher der SWK STADTWERKE KREFELD. Energiearmut hat viele Ursachen
Die Ursache für die hohe Zahl von Menschen, die von Energiearmut betroffen sind, sind mannigfaltig „Sie reichen von niedrigem Einkommen oder sogar den Verlust des Arbeitsplatzes über mangelnde Finanzkompetenzen der Verbraucher bis hin zu steigenden Kosten aufgrund von hohem Verbrauch sowie Preissteigerungen“, erläutert Claudia Bruhn, Projektleiterin „NRW bekämpft Energiearmut“ der Verbraucherzentrale NRW. Immer mehr Menschen haben daher Probleme, ihre Rechnungen für Strom und Gas zu bezahlen. In NRW wurden im Jahr 2010 mehr als drei Millionen Mal die Zahlung von Stromrechnungen angemahnt, und bei rund 120.000 Haushalten wurde der Strom letztlich abgestellt. Grund genug, etwas gegen die Energiearmut zu tun. Im Herbst 2012 legte das NRW-Verbraucherschutzministerium gemeinsam mit der Verbraucherzentrale NRW und regionalen Energieversorgern das Projekt „NRW bekämpft Energiearmut“ auf. Die Verbraucherzentrale berät die Energieschuldnerinnen und Energieschuldner zur Existenzsicherung und bietet eine Rechts- und Budgetberatung an. Bei Bedarf werden konkrete Beratungen zum Sparen von Energie vermittelt, die den Menschen langfristig helfen. Das Projekt „NRW bekämpft Energiearmut“ läuft bis Ende 2015. Das Verbraucherschutzministerium stellt in dieser Zeit für die wirtschaftliche und rechtliche Beratung durch die Verbraucherzentrale NRW Finanzmittel in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Stadtwerke in den acht Modellkommunen beteiligen sich an den Kosten der jeweiligen Beratungsangebote. „Der neue Ansatz ist von Vorteil für alle Beteiligten, denn Energieschulden von Haushalten werden durch gezielte zeitnahe Beratung und Betreuung dauerhaft vermieden. In Kooperation mit der SWK schnüren wir ein nachhaltiges Lösungspaket, das den Verbraucherinnen und Verbrauchern langfristig hilft“, sagt Petra Böer, Fachberaterin bei der Verbraucherzentrale in Krefeld. In die Problemlösung werden bei Bedarf weitere Akteure wie z.B. die Sozialleistungsträger und Schuldnerberatungsstellen mit eingebunden. An „Runden Tischen“ tauschen sich die Akteure vor Ort regelmäßig aus und intensivieren ihre Zusammenarbeit. Projekt wirkt nachhaltig
Nach dem ersten Jahr zeigt man sich bei der Verbraucherzentrale in Krefeld zufrieden. Insgesamt konnten 86 Haushalte umfassend beraten werden. Vorrangig wurde das Beratungsangebot von Sozialleistungsempfängern, Rentnern und Geringverdienern aufgesucht. In drei Viertel der über die Verbraucherzentrale getroffenen Vereinbarungen wurden diese von den Kunden auch eingehalten. Infolge der Einschaltung der unabhängigen Fachberaterin konnten von insgesamt 43 angedrohten Sperren 34 verhindert werden (79%). Darüber hinaus ist es gelungen von 19 bereits durchgeführten Energiesperren acht durch eine Vereinbarung mit der SWK und den Sozialleistungsträgern zeitnah wieder aufzuheben. Es zeigt sich also, dass das Kooperationsprojekt gut funktioniert und zudem nachhaltig wirkt. In Krefeld beteiligt sich außerdem die Caritas mit ihrer „Aufsuchenden Energiesparberatung“ an dem Projekt. Langzeitarbeitslose wurden hierfür zu Stromspar-Beratern geschult, die beim Hausbesuch einen individuellen Stromspar-Check vornehmen. „Unsere Stromspar-Berater kommen selbst aus einkommensbenachteiligten Haushalten und können daher die Probleme der Betroffenen leichter nachvollziehen. Die Sparvorschläge werden gut angenommen, wenn sie auf gleicher Augenhöhe vorgebracht werden“, sagt Hans-Georg Liegener, Geschäftsführer der Caritas in Krefeld. Er ist überzeugt, dass der Stromspar-Check einen wichtigen Beitrag leistet, um den Energieverbrauch dauerhaft zu reduzieren und damit auch das Auflaufen von Energieschulden zu vermeiden. Mittlerweile haben die Caritas-Mitarbeiter über 270 Hausbesuche durchgeführt. Jeder Check besteht aus zwei Terminen: Beim ersten wird der Stromverbrauch der Geräte geprüft und ein Gespräch über die Verbrauchsgewohnheiten geführt. „Mit diesen Informationen erarbeiten unsere Stromspar-Berater einen individuellen Stromspar-Vorschlag, der dann beim zweiten Termin im Haushalt vorgestellt und besprochen wird“, erläutert Caritas-Mitarbeiter Udo Warstat. Viele der Kunden könnten bei Umstellung auf Energiespar-Artikel und Änderung mancher Verhaltensweisen bis zu 100 Euro im Jahr sparen. Neben der Beratung vor Ort erhalten die Haushalte Energiesparartikel wie Energiesparlampen im Wert von bis zu 70 Euro. Den Stromspar-Check der Caritas können Menschen in Anspruch nehmen, die unterstützende Leistungen wie Arbeitslosengeld II, Wohngeld oder Grundsicherung erhalten. Der Caritas Stromspar-Check ist erreichbar unter der Rufnummer: 0 21 51 – 41 49 31 13. Die SWK engagiert sich nicht erst seit dem NRW-weiten Projekt im Kampf gegen Energiearmut. Bereits seit 2009 besteht eine Kooperation zwischen Jobcenter Krefeld, dem SKM – Katholischer Verein für soziale Dienste in Krefeld und der Diakonie Krefeld. Denn Energiearmut ist kein neues Thema. „Mittlerweile besteht der Strompreis zur Hälfte aus Steuern und Abgaben. Hinzu kommen noch rund 20 Prozent staatlich reguliertes Netznutzungsentgelt, so dass 70 Prozent des Strompreises für uns nicht beeinflussbar sind“, macht Carsten Liedtke deutlich. Die Kooperation der SWK mit Jobcenter, SKM - Katholischer Verein für soziale Dienste Krefeld sowie der Diakonie ist zunehmend erfolgreich: Rund 1.230 Fälle von Energiearmut wurden seit Beginn der Kooperation vor vier Jahren bearbeitet. Mittlerweile sind bei tendenziell steigender Anzahl, die Sperrungen bei Kunden die Leistungen nach SGB II beziehen, um 25 Prozent zurückgegangen. Über 24.000 Forderungen wurden gestundet, und mehr als 7.000 Ratenvereinbarungen konnte die SWK allein in 2012 abschließen. 71 Prozent der gesperrten Zähler werden innerhalb einer Woche wieder geöffnet. Rechtzeitig melden, um Sperrungen zu verhindern
„Wiederholte Mahnungen und in der Folge die Androhung der Einstellung der Lieferung von Strom und Gas sind in der Regel die Maßnahmen, die die SWK – vielfach auch erfolglos – ergreift, um säumige Forderungen einzuziehen. Für einkommensbenachteiligte Haushalte allerdings, wo weder Rücklagen vorhanden sind, noch Einkünfte über dem Pfändungsfreibetrag erreicht werden, bedeuten die anfallenden Kosten für Mahnverfahren, Unterbrechung der Energielieferung und die erneute Freigabe der Versorgung eine zusätzliche Belastung“, erläutert Henning Trupke, Leiter des SWK-Kundenservices. Deshalb appelliert SWK-Vorstandssprecher Carsten Liedtke an die betroffenen Kunden: „Melden Sie sich früher bei uns oder bei unseren Kooperationspartnern. Niemand möchte, dass der Strom abgedreht werden muss. Wir unterstützen das Projekt der Landesregierung und die Kooperation mit dem Jobcenter und den Sozialverbänden, um die Energieschuldenproblematik in dieser Kooperation dauerhaft anzugehen und nicht nur symptomatisch zu bekämpfen.“

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