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16. September 2014

Neues Trinkwasserpreismodell für Krefeld: Transparent und fair

Moderne wassersparende Haushaltsgeräte, optimierte Wassernutzung in der Industrie, zurückgehende Einwohnerzahlen und sparsameres Verbraucherverhalten führen bundesweit seit vielen Jahren zu einem kontinuierlichen Verbrauchsrückgang. Waren es 1990 noch 17,5 Mio. Kubikmeter Trinkwasser in Krefeld pro Jahr, lag der Verbrauch 2013 bei 12,2 Kubikmetern - das ist ein Rückgang um 30 Prozent. Heute verbraucht jeder Bürger in Krefeld nur noch 122 Liter Wasser pro Tag. Vor 20 Jahren waren es noch 147 Liter.

Für den Transport des Trinkwassers unterhält die SWK ein sorgfältig überwachtes Wasserrohrleitungssystem mit einer Gesamtlänge von ca. 800 Kilometern. Dabei ist das System so ausgelegt, dass jederzeit jeder Einwohner und Betrieb mit Krefelds Lebensmittel Nr. 1 versorgt werden kann. Selbst wenn weniger Trinkwasser gebraucht wird, müssen die Qualität und die Versorgung sichergestellt sein. Deshalb kann das System nicht laufend der sich ändernden Nachfrage angepasst werden – Wasserproduktions- und Aufbereitungsanlagen sowie Leitungsnetze lassen sich beispielsweise nicht einfach von heute auf morgen verkleinern, sondern sind für Jahrzehnte geplant und gebaut. Die SWK investiert jährlich ca. 3 Mio. Euro allein in den Erhalt und die Modernisierung der Trinkwasserleitungen.

Der rückläufige Wasserverbrauch bei gleichbleibenden Infrastrukturkosten führt zu ständig steigenden Preisen beim Kunden. Denn die laufend anfallenden Fixkosten für die Vorhaltung des Systems, die 80 Prozent der Gesamtkosten betragen, müssen auf eine geringere Absatzmenge verteilt werden. Höhere Preise wiederum wirken als Sparanreiz – in der Folge geht die Wassernachfrage noch weiter zurück.

Ziel: Preisspirale durchbrechen

Um diese Preisspirale zu durchbrechen, führt die SWK zum 1. Oktober diesen Jahres ein neues Trinkwasserpreismodell ein. „Auf dem Weg zu einem neuen, fairen Tarif stand für uns die Transparenz von Anfang an im Vordergrund“, sagt Kerstin Abraham, SWK-Vorstand. Jeder Krefelder Trinkwasserkunde wurde Ende 2013 angeschrieben, und zahlreiche Kunden haben die SWK mit ihrer freiwilligen „Gebäude-Selbstauskunft“ unterstützt. „Wir konnten das neue Modell auf der Datenbasis von 75 Prozent Rückmeldungen entwickeln. Das ist ein sehr valider Wert, und wir möchten uns an dieser Stelle nochmals bei den Krefelderinnen und Krefeldern für die große Unterstützung bedanken“, erklärt Kerstin Abraham.

Das neue Trinkwasserpreismodell wurde von der SWK in Zusammenarbeit mit der Hochschule Ruhr West entwickelt und baut auf erfolgreichen Erfahrungen anderer Städte auf. Vorgaben für das neue Modell waren: geringfügige Auswirkungen für den typischen Durchschnitts-Haushalt und weiterhin Anreize zum Wassersparen. „Wir standen vor der Aufgabe, Trinkwasser bezahlbar zu halten und einen nachhaltigen Lösungsweg aus der Preisspirale zu finden“, schildert Michael Rögele, Geschäftsführer der SWK AQUA die Ausgangslage.

Neues Modell besteht aus zwei Preiskomponenten – Mengenpreis wird gesenkt

Herausgekommen ist ein neues Trinkwasserpreismodell für Krefeld. Das neue Modell besteht aus zwei Bausteinen: einem System- und einem Mengenpreis, die ausgewogener und verursachungsgerechter gestaltet sind. Statt des Grundpreises gibt es nun den so genannten Systempreis. Dieser bildet die Kosten für den Betrieb und die Bereithaltung des Wasserversorgungssystems ab und bestimmt zukünftig 50 Prozent des Gesamtpreises.

Der zweite Baustein ist der Mengenpreis. Der Mengenpreis (ehemals Verbrauchspreis) für die gelieferte Wassermenge macht ebenfalls rund 50 Prozent des Geamtpreises aus und wird für alle Kunden deutlich gesenkt – von 1,937 Euro/Kubikmeter auf 1,342 Euro/Kubikmeter. „Damit wird der reine Trinkwasserverbrauch für alle gesenkt. Und Anreize zum verantwortungsvollen Trinkwasserverbrauch bleiben erhalten”, sagt Kerstin Abraham.

Einteilung in Wohneinheiten oder in Verbrauchsklassen

Unterschiede gibt es bei der Bemessungsgrundlage des Systempreises. Hier wird unterschieden zwischen privaten Haushaltskunden und gewerblichen Kunden. Der Systempreis wird für Haushaltskunden nach der Anzahl der Wohneinheiten berechnet. Früher war hier die Bemessungsgrundlage die Zählergröße; diese spielt nun keine Rolle mehr. „Mit der Bemessung nach Wohneinheiten schaffen wir eine ausgewogenere Kostenverteilung, was für den Kunden einen fairen Tarif bedeutet – auch bei geringerer Wassernachfrage”, erklärt Michael Rögele.

Gewerbe, Industrie und alle anderen Nicht-Haushaltskunden werden nach Verbrauchsklassen eingeteilt. Somit werden die unterschiedlichen Nutzergruppen zukünftig angemessener an den Systemkosten beteiligt. „Gerade die kleineren Gewerbebetriebe und Selbstständige, die bis zu 150 Kubikmeter im Jahr verbrauchen, werden hierbei entlastet und zahlen künftig weniger. Das sind immerhin rund 40 Prozent unserer gewerblichen Kunden”, sagt Kerstin Abraham.

Die Be- und Entlastungen durch die Umstellung auf den neuen Trinkwasser-Tarif fallen bei einem typischen Durchschnitts-Haushalt gering aus. Insgesamt belaufen sich die Ersparnisse bzw. Mehrkosten in einem Rahmen von maximal knapp +/- fünf Prozent im Jahr. Beispiel: Ein Kunde mit Einfamilienhaus, der im Jahr auf den Durchschnittsverbrauch von rund 99 Kubikmetern kommt, zahlt künftig 44 Cent pro Monat mehr. Ein Durchschnitts-Kunde in einem Acht-Personen-Mietshaus, der 74 Kubikmeter Wasser im Jahr verbraucht, zahlt künftig 66 Cent pro Monat weniger.

„Mit dem neuen Trinkwasserpreismdoell ist uns ein nachhaltiger Lösungsweg aus der Preisspirale mit einer verursachergerechten Verteilung der Kosten gelungen”, zieht Kerstin Abraham Bilanz. Wichtig für den Kunden: Das neue Modell wird zum 1. Oktober 2014 eingeführt. Aufgrund der rollierenden Abrechnung kann es im Einzelfall bis zu einem Jahr dauern, bis dann mit der neuen Verbrauchsrechnung erstmals nach dem neuen Trinkwasserpreismodell anteilig abgerechnet wird. Die Bürgerinnen und Bürger in Oppum sind die ersten, die ihre Jahresverbrauchsabrechnung nach dem neuen Preismodell erhalten. Mieter sind in der Regel nur indirekt über die Nebenkostenabrechnung ihres Hauseigentümers bzw. ihrer Wohnungsverwaltung betroffen. 

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